1. Zusammenfassung¶
Geodaten zählen zu den wertvollsten Datenbeständen jeder Organisation, die räumliche Entscheidungen trifft — und dennoch sind sie typischerweise über unverbundene Systeme, isolierte Teams und inkompatible Formate verteilt. Fernerkundungsprodukte, Geländedatensätze, Logistik-Bewegungsdaten und operative Planungsdaten existieren oft in getrennten Silos, werden unabhängig voneinander gepflegt, ohne einheitlichen Zugriff, ohne nachvollziehbare Herkunft und ohne gemeinsame Standards. Das Ergebnis sind doppelte Arbeitsaufwände, verzögerte Entscheidungszyklen und die Unfähigkeit, Geoinformationen domänenübergreifend in der geforderten Geschwindigkeit zusammenzuführen.
Dieses Dokument beschreibt die Konzeption und phasenweise Umsetzung eines Spatial Data Lake — einer zentralisierten, geregelten und cloud-nativen Plattform zur Erfassung, Speicherung, Verarbeitung und Bereitstellung aller organisationsweiten Geodatenbestände.
Typische Anwendungsdomänen¶
Die Plattform schafft eine einheitliche Datengrundlage für ein breites Spektrum räumlicher Anwendungen:
- Earth Observation / Fernerkundung (Satelliten- und Luftbild-Daten, Multispektral)
- Operative Planung & Entscheidungsunterstützung
- Logistik & Lieferkette (Standort- und Routendaten)
- Gelände- und Umweltanalyse
- Forschung & Modellierung (Klima, Hydrologie, Ökologie)
- Stadtplanung & Infrastruktur
Durch die Konsolidierung dieser Domänen unter einer gemeinsamen Architektur wird die Organisation in die Lage versetzt, Daten domänenübergreifend zu verknüpfen und zu fusionieren, die heute technisch nicht kombinierbar sind — mit dem Ziel schnellerer und fundierter Entscheidungen.
Erwartete Ergebnisse¶
- Beseitigung redundanter Datenhaltung und manueller Konvertierungsaufwände in den einzelnen Teams
- Standardisierte und nachvollziehbare Datenpipelines vom Rohformat bis zum analysebereit aufbereiteten Produkt
- Beschleunigte Bereitstellung von Geoinformationsprodukten für operative Planungs- und Analysefunktionen
- Eine geregelte Grundlage für erweiterte analytische Fähigkeiten und KI/ML-Anwendungen auf Geodaten
- Verbesserte Auffindbarkeit von Daten durch einen such- und filterbaren räumlich-zeitlichen Katalog
Umsetzungshorizont¶
Die Initiative gliedert sich in drei Phasen:
- Proof of Concept zur Validierung der zentralen Architekturannahmen
- Minimum Viable Platform für die ersten produktiven Domänen
- Vollständiger Produktivbetrieb über alle Domänen
Zielhorizont: erste operative Einsatzfähigkeit innerhalb von 18 Monaten.
Charakter des Dokuments¶
Dieses Dokument stellt den Architekturansatz, die Technologieentscheidungen, den Umsetzungsfahrplan sowie offene Punkte dar, zu denen eine Abstimmung mit den Stakeholdern erforderlich ist. Es ist als lebendes Dokument angelegt und wird im Zuge der Anforderungsverfeinerung und Entscheidungsfindung kontinuierlich weiterentwickelt.